Simon Unge: „Kooperationen müssen den Zuschauern Spaß machen“Montag, 24. Juli 2017

Simon Unge Influencer Livestreamer

Simon Unge (bürgerlich Simon Wiefels) zählt zu den bekanntesten deutschen Livestreamern und war bereits für den Webvideopreis nominiert. Sein YouTube Kanal ungespielt hat über 2,1 Mio Abonnenten und mehr als 525 Mio. Channel Views. Auf Twitch folgen ihm über 750.000 Gaming-Begeisterte, mehr als 2,1 Mio. Abonnenten zählt sein Instagram-Account.

Influencer Simon Unge wird als Sprecher auf der Content World Konferenz in Hamburg mit dabei sein. Vorab haben wir ein kurzes Interview mit ihm geführt – natürlich als Livestream.

Simon, falls jemand Deine Livestreams nicht kennen sollte – womit beschäftigst Du Dich genau?

Simon Unge: „Hauptsächlich sind es Gaming Livestreams. Ich spiele Computerspiele und kommentiere die dabei mit Freunden und Zuschauern. Ich produziere darüber hinaus das Format „Ungeklickt“, wo wir uns im Sinne eines Wochenrückblicks alles anschauen, was auf YouTube passiert ist, die besten und schlechtesten Videos, die in der Woche hochgeladen wurden.“

 

Wie erklärst Du Dir die enorme Popularität von Livestreaming in der jungen Zielgruppe?

Simon Unge: „Ich würde das nicht auf eine Altersgruppe beschränken, denn Livestreaming war schon vor Jahrzehnten im Fernsehen populär. Das Besondere ist der Reiz, dass nichts rausgeschnitten wird, sondern alles gerade in dem Moment passiert.

Es vermittelt das Gefühl, dass Du morgen mit allen darüber sprechen kannst, was Du gerade gesehen hast – weil alle den gleichen Content zur gleichen Zeit schauen. Es ist anders als bei Video-on-Demand und hat eher einen Event-Charakter.“

 

Was schätzen die Zuschauer an Deinen Livestreams besonders?

Simon Unge: „Ich kann nicht sagen, was alle Zuschauer an meinen Streams besonders schätzen. Ich glaube, dass ich die gut rüberbringe. Da ist zum einen das Live-Feeling, also spontan auf Situationen zu reagieren. Und natürlich die Interaktion mit den Zuschauern, dass man auf den Chat eingehen kann.

Die Stimmung ist beim Livestream ganz anders als bei einem Video.“


Die wichtigsten Aussagen von Simon Unge in der Kurzversion 

Die Content World ist eine Veranstaltung für Marketing- und Kommunikations-Fachleute. Wo macht Livestreaming für Marken und Produkte am meisten Sinn?

Simon Unge: „Es kommt natürlich auf das Unternehmen an. Es gibt zwei gängige Konzepte. Zum einen holen sich Marken bekannte Streamer ins Boot und haben feste Zeiten auf ihren Brand-Channels, zu denen die Streamer Unterhaltung abliefern. Oder aber Mitarbeiter des Unternehmens repräsentieren die Marke selbst.

Ich finde beides gut und schaue immer mal wieder auf Unternehmens-Channeln rein, weil ich es spannend finde, wie die das so handhaben.“

 

Es tut sich viel in Sachen Plattformen, und Unternehmen überlegen, welche Plattformen für sie die relevantesten sind. Welche Trends siehst Du da?

Simon Unge: „Auch das ist abhängig davon, wo die Marke Reichweite hat oder wo sie hinmöchte. Facebook Livestreams sind natürlich bei großen Facebook Seiten interessant. Instagram-Livestreams kann man sich gut anschauen, weil sie diesen spontanen Handy-Charakter haben. Das wirkt sehr nah.

Bezogen auf Gaming sind YouTube Gaming und Twitch die Platzhirsche. Bei Twitch fühle ich mich rundum am wohlsten. Da stimmt alles, von der Chat-Integration bis zum Aufbau der Seite. So kann die Seite sowohl für den Streamer als auch für den Zuschauer am meisten Spaß machen.“

 

Du giltst selbst als Influencer und arbeitest auch mit Marken zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen Marken und Influencern ist aber nicht immer so einfach, wie aktuelle Beispiele zeigen. Worauf kommt es vor allem an, damit solche Kooperationen gelingen?

Simon Unge: „Der Influencer muss hinter dem Produkt stehen. Es macht keinen Sinn, für eine Marke herzuhalten, weil man damit schnell Geld machen kann, aber es einfach nicht passt. Ich würde zum Beispiel nie eine Kooperation mit einem Fleischkonzern oder einem Fast Food Giganten machen, weil ich persönlich kein Fleisch konsumiere. Das würde mehr Schaden anrichten als helfen.

Zuschauer können es cool finden, wenn Du mit Marken kooperierst, weil es dem Streamer – und damit auch dem Stream – hilft. Du kannst Dich mehr auf das konzentrieren, was Du machst und es irgendwann vielleicht hauptberuflich machen. Die Zusammenarbeit muss individuell sein und es braucht ein vernünftiges Konzept. Es muss für die Zuschauer auch Spaß machen. Es geht darum, warum das Produkt oder die Marke dich unterstützt.“

Simon Unge können Sie live erleben auf der Content World Konferenz in Hamburg vom 24.-25. Oktober 2017. Hier finden sich alle Infos zum Programm der Konferenz.

Ioana Sträter
About the Author

Ioana Sträter ist seit Jahren leidenschaftlich im Content Marketing unterwegs. Sie ist fest davon überzeugt, dass Content Marketing die Marketing-Disziplin der Zukunft ist. Unter dem Motto „Telling the story of your business as if it was not a business at all" möchte sie mit Veranstaltungen inspirierende Erfolgsgeschichten für alle, die in ihrem Berufsleben weiterkommen möchten, erzählen.

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